„The Hound Dogs“ rocken Bühne - KSV Bobenhausen lädt zur Rock- und Oldie-Night ein
(per) „Rock’n’Roll!“ Es klang wie eine Verheißung, als Joachim Villwock die magischen Worte zu den ersten Gitarrenbeats in den Abendhimmel schleuderte. Und genau so hatte es der Bandleader der „Hound Dogs“ gemeint. Mit verrücktem, wildem und authentischem Rockabilly-Sound machte die Band bei der fünften Rock- und Oldie-Night in Bobenhausen ihrem Publikum reichlich Dampf und brachte die rockigen Fifties auf die Waldbühne am Sportplatz.
Wie immer, wenn der Kultur- und Sport-Verein Bobenhausen zur Waldbühne einlädt, stimmte auch die Bewirtung. Kleine Windlichter sorgten für romantisches Ambiente. Eine laue Sommernacht und der lauschige Platz unter dem Blätterdach trugen ein Übriges dazu bei, dass die vielen Konzertbesucher einen tollen Abend erlebten. Dem guten Kontakt von Armin Dechert, dem Abteilungsleiter Gesang des KSV, ist es zu verdanken, dass erneut eine erstklassige Band die Bühne rockte. „The Hound Dogs“ aus Gelnhausen sind seit 2006 deutschlandweit unterwegs. Seit drei Jahren ergänzt Sängerin Nuwanda (Inka Bertagnoll) das Männertrio. „Den Namen haben mir die Jungs gegeben“, schmunzelte sie auf Nachfrage. Ihren Künstlernamen verdankt sie der legendären ersten Rock’n’Roll-Sängerin Wanda Jackson, an die auch ihre genial rauchige Stimme erinnert.
„Jedes Mal, wenn Nuwanda die Bühne betritt, will ich frenetischen Applaus hören“ - da musste Sänger und Gitarrist Joachim Villwock nicht lange bitten. Mit „Good rockin’ tonight“ von Elvis Presley brachte sie die Zuhörer mühelos auf Betriebstemperatur, schaffte es mit losem Mundwerk, zu Johnny Cashs „Ring of fire“ eine riesige Polonaise anzuzetteln, hüpfte auch mal vor verdutzten Zuschauern auf den Tisch, um dort weiterzurocken, oder meisterte mühelos den Zungenbrecher „Jungle Drum“. „Roll over Beethoven“ schickte Sangeskollege Villwock in die Rocknacht. Schräges Indianergeheul und Gitarrengeschrammel leitete die Reggae-Version von „Ubangi Stomp“ ein, wie sie von den Stray Cats zelebriert wurde. „Ich singe jetzt stellvertretend für alle Männer, die ihrer Liebsten schon lange nicht mehr geflüstert haben, was sie für ein heißer Feger ist“, machte Joachim Villwock mit „My Girl is red hot“ klar. Bei den eindringlichen Rhythmen in „Apache“ oder dem verrückten „Wipe out“ hatte Drummer Thomas Wimmer richtig was zu tun.
Die instrumentalen Klassiker dienten als Opener - und da kletterte ein Joachim Villwock schon mal auf das kostbare Instrument von Kontrabassist Sebastian Bogensperger, der an dem Abend eigentlich nur als Urlaubsvertretung für Bassist Bernd Schäfer eingesprungen war. In „Stray Cut Strut“ konnte er beweisen, welch brillanter Musiker in ihm steckt: Er malträtierte, streichelte oder umarmte seinen Bass, den er auch schon mal schulterte. Als Sänger brillierte er in „Good golly Miss Molly“ oder „Bim Bam“ - „Hier habe ich mir beim Texten viel Mühe gegeben“, grinste er. Authentisch kamen die „Hound Dogs“ nicht nur in Klang und Erscheinungsbild rüber. Selbst die Mikrofone waren im nostalgischen Stil der 50er Jahre gehalten. Da konnten einige Fans im Publikum mithalten. Petticoat, Haartolle, knallrotes Halstüchlein oder lässig weite Latzhose mit breitem Umschlag à la James Dean - einige Freunde des Rockabilly hatten keine Mühe gescheut, sich zu präparieren.
Authentisch auch das Instrument des Bandleaders Villwock, das der Berufsmusiker virtuos beherrscht: In jeder Pause polierte er liebevoll den kurvigen Klangkörper und die Saiten seiner „Nashville“ - einer Gretch 6120, wie sie besonders beim Rockabilly zum Einsatz kommt.
Der Mann mit der Augenklappe lebt die 50er Jahre: „Jetzt spielen wir einen Song, den ich gern so lange zelebriere, wie ich in glückliche Gesichter schaue“ - sprach’s und legte los, um mit „Little less Conversation“ seine Zuhörer glücklich zu machen.

