Frühlingsfest der Volksmusik am 2.4.2011 im Bürgerhaus Ranstadt

 

 

 

KREIS-ANZEIGER

 

 

Von Ernst Mosch über Abba bis zu Police

07.04.2011 - RANSTADT

Musikverein „Cäcilia Lütter“ überzeugt beim Konzert in Ranstadt mit vierstündigem Reigen aus Walzer, Polka, Märschen und bekannten Hits

(mü). Der Kultur- und Sport-Verein Bobenhausen rief - und alle kamen ins Bürgerhaus Ranstadt. Beim „Frühlingsfest der Volksmusik“ unter dem Motto „Böhmisch - mährisch - gut gelaunt“ konnten sich Veranstalter und Musiker nicht über mangelnden Zustrom beklagen. In vollbesetzten Reihen freute man sich auf einen Abend mit Klängen der Volksmusik aus dem Egerland und der Rhön - und wurde vom Musikverein „Cäcilia Lütter“ mit einem vierstündigen Reigen aus Walzer, Polka, Marsch und Heimatliedern, aber auch Ausflügen in Richtung Abba und Police belohnt.

Als echter Glücksgriff erwiesen sich somit die Kontakte der Bobenhäuser in die Rhön, zu den traditionell für den 1. Mai verpflichteten „Dammersfeld-Buben“ sowie zu den Veranstaltern des alljährlichen Thalauer Blaskapellen-Treffens. Hier lernte man die Lütterer kennen - ihr breites Repertoire, ihre sympathische Gemeinschaft aus Jung und Alt, ihre informative und witzige Moderation und ihre Ausstrahlung. Edgar Biermann vom KSV brachte den Stein schließlich ins Rollen und lud die Volksmusiker um Dirigent Wolfgang Hohmann und den Vorsitzenden und Schlagzeuger Manuel Reith nach Ranstadt ein. Sympathie schlug den Volksmusikern auf Anhieb entgegen. In frischerworbener schmucker Tracht glänzte man mit professionellem Einsatz von Instrumenten, Licht und Ton, guter Laune, vielfältigen Soli und stimmungsvollen Duetten. Die wohl älteste Besucherin im Saal, eine rüstige 94-jährige gebürtige Egerländerin, zeigte sich fußwippend und mitsingend genauso begeistert wie die KSV-Jugendclique in Barnähe. Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel begrüßte den Verein, der ihren Vornamen trägt, ebenso herzlich wie „Kontaktmann“ Edgar Biermann, der allen Sponsoren für ihre Unterstützung dankte. Der Abend bot zugleich einen würdigen Rahmen für die Übergabe des Ehrenbriefes des Landes Hessen durch Bürgermeisterin Reichert-Dietzel an Volker Dechert (siehe untenstehenden Bericht).

Mit „Wir grüßen euch alle“ und „Die Kapelle hat gewonnen“ stiegen die Lütterer ein und gaben Tempo und Glanz vor. Beides sollte sich bis Mitternacht noch erheblich steigern. Moderator und Trompeter „Olli“ erläuterte die einzelnen Instrumente, ihre Aufgaben im Solo und im Zusammenspiel, Bauart und Blastechnik. Dirigent Wolfgang Hohmann, der sich zudem selbst als ausgezeichneter Solist und Sänger erwies, steuerte neben seinem Können zahlreiche Bonmots über das Leben, die Liebe und das Alter bei.

Die beiden Sängerinnen trugen überzeugend zur Glaubwürdigkeit der Liebeslieder bei, bewiesen mit stimmgewaltigen Goldkehlchen aber auch, dass Pop und Dirndl sich durchaus vertragen können. Dazwischen servierte das „Baumhaus“-Team Zünftiges von Brett und Teller, sodass kein Volksmusikfan beim Mitsingen, Schunkeln und Feuerzeugschwenken von Kräften kam. Neben Polkaklängen wie „Herzensgrüße“, „Kuschelpolka“, „Das Schützenfest“ und „Himmelszauber“ durfte der Walzer „Nach vielen Jahren“ nicht fehlen, dazu die mehrfach verlangte „Vogelwiese“ von Ernst Mosch, die unsterbliche „Rosamunde“, das zärtliche „Liebeskummer lohnt sich nicht“ und der Oldie „Schuld war nur der Bossa Nova“.

Eine Verneigung vor der Popgruppe Abba war ebenso drin wie der Song „Every Breath You Take“, die fröhliche Melodie „Durch die Blume“ (inklusive kleiner Blumenkunde) genauso wie die Heimathymne „Das Geheimnis der Rhön“. Dazu kam eine kurze Vorstellung des Rhön-Dörfchens Lütter mit seinem berühmten Mineralwasser, mehrere Galavorstellungen von Dirigent Wolfgang Hohmann an Posaune und Tuba und die Erkenntnis, dass selbst Gott ein Blasmusiker ist, heiße es doch immerhin: „Vater unser, der Tubist im Himmel…“ Da passte es bestens, dass man das mittlerweile sangesgeübte Publikum in die deutsche Version von „Thank You For The Music“ einstimmen ließ: „Danke für die Lieder, die in mir klingen“ - und sich abschließend ein gegenseitiges Wiedersehen versprach.

 

 

 

 

 

5. Rock und Oldie-Night am 9.7.2011 auf der Waldbühne

 

 

 

Authentischer Rockabilly-Sound sorgt für reichlich Dampf

12.07.2011 02:00 Uhr - BOBENHAUSEN

„The Hound Dogs“ rocken Bühne - KSV Bobenhausen lädt zur Rock- und Oldie-Night ein

(per) „Rock’n’Roll!“ Es klang wie eine Verheißung, als Joachim Villwock die magischen Worte zu den ersten Gitarrenbeats in den Abendhimmel schleuderte. Und genau so hatte es der Bandleader der „Hound Dogs“ gemeint. Mit verrücktem, wildem und authentischem Rockabilly-Sound machte die Band bei der fünften Rock- und Oldie-Night in Bobenhausen ihrem Publikum reichlich Dampf und brachte die rockigen Fifties auf die Waldbühne am Sportplatz.

Wie immer, wenn der Kultur- und Sport-Verein Bobenhausen zur Waldbühne einlädt, stimmte auch die Bewirtung. Kleine Windlichter sorgten für romantisches Ambiente. Eine laue Sommernacht und der lauschige Platz unter dem Blätterdach trugen ein Übriges dazu bei, dass die vielen Konzertbesucher einen tollen Abend erlebten. Dem guten Kontakt von Armin Dechert, dem Abteilungsleiter Gesang des KSV, ist es zu verdanken, dass erneut eine erstklassige Band die Bühne rockte. „The Hound Dogs“ aus Gelnhausen sind seit 2006 deutschlandweit unterwegs. Seit drei Jahren ergänzt Sängerin Nuwanda (Inka Bertagnoll) das Männertrio. „Den Namen haben mir die Jungs gegeben“, schmunzelte sie auf Nachfrage. Ihren Künstlernamen verdankt sie der legendären ersten Rock’n’Roll-Sängerin Wanda Jackson, an die auch ihre genial rauchige Stimme erinnert.

„Jedes Mal, wenn Nuwanda die Bühne betritt, will ich frenetischen Applaus hören“ - da musste Sänger und Gitarrist Joachim Villwock nicht lange bitten. Mit „Good rockin’ tonight“ von Elvis Presley brachte sie die Zuhörer mühelos auf Betriebstemperatur, schaffte es mit losem Mundwerk, zu Johnny Cashs „Ring of fire“ eine riesige Polonaise anzuzetteln, hüpfte auch mal vor verdutzten Zuschauern auf den Tisch, um dort weiterzurocken, oder meisterte mühelos den Zungenbrecher „Jungle Drum“. „Roll over Beethoven“ schickte Sangeskollege Villwock in die Rocknacht. Schräges Indianergeheul und Gitarrengeschrammel leitete die Reggae-Version von „Ubangi Stomp“ ein, wie sie von den Stray Cats zelebriert wurde. „Ich singe jetzt stellvertretend für alle Männer, die ihrer Liebsten schon lange nicht mehr geflüstert haben, was sie für ein heißer Feger ist“, machte Joachim Villwock mit „My Girl is red hot“ klar. Bei den eindringlichen Rhythmen in „Apache“ oder dem verrückten „Wipe out“ hatte Drummer Thomas Wimmer richtig was zu tun.

Die instrumentalen Klassiker dienten als Opener - und da kletterte ein Joachim Villwock schon mal auf das kostbare Instrument von Kontrabassist Sebastian Bogensperger, der an dem Abend eigentlich nur als Urlaubsvertretung für Bassist Bernd Schäfer eingesprungen war. In „Stray Cut Strut“ konnte er beweisen, welch brillanter Musiker in ihm steckt: Er malträtierte, streichelte oder umarmte seinen Bass, den er auch schon mal schulterte. Als Sänger brillierte er in „Good golly Miss Molly“ oder „Bim Bam“ - „Hier habe ich mir beim Texten viel Mühe gegeben“, grinste er. Authentisch kamen die „Hound Dogs“ nicht nur in Klang und Erscheinungsbild rüber. Selbst die Mikrofone waren im nostalgischen Stil der 50er Jahre gehalten. Da konnten einige Fans im Publikum mithalten. Petticoat, Haartolle, knallrotes Halstüchlein oder lässig weite Latzhose mit breitem Umschlag à la James Dean - einige Freunde des Rockabilly hatten keine Mühe gescheut, sich zu präparieren.

Authentisch auch das Instrument des Bandleaders Villwock, das der Berufsmusiker virtuos beherrscht: In jeder Pause polierte er liebevoll den kurvigen Klangkörper und die Saiten seiner „Nashville“ - einer Gretch 6120, wie sie besonders beim Rockabilly zum Einsatz kommt.

Der Mann mit der Augenklappe lebt die 50er Jahre: „Jetzt spielen wir einen Song, den ich gern so lange zelebriere, wie ich in glückliche Gesichter schaue“ - sprach’s und legte los, um mit „Little less Conversation“ seine Zuhörer glücklich zu machen.